Sarah Bakker und Julia Horneber im Cover Story Interview über berufliche Neuorientierung
Blog · Berufliche Neuorientierung

Berufliche Neuorientierung: Dreimal laufen gelernt, und was das über deinen nächsten Schritt verrät

← Zurück zum Blog

Wenn beruflich etwas nicht mehr passt, denken die meisten zuerst an Kündigung. Julia Horneber hat 15 Jahre in Veränderungsprozessen gearbeitet, in Unternehmen und als Beraterin, und ist seit dem 1. September selbstständig. Ihr erster Schritt ist ein anderer. In diesem Beitrag geht es um berufliche Neuorientierung ohne Hauruck, um den Satz „ich bin aus der Krise stärker hervorgegangen“, den sie nicht unterschreibt, und um die drei Male, in denen sie laufen gelernt hat.

Dieser Beitrag gehört zur aktuellen Folge von Cover Story, meinem Podcast für Personal Brands, die gesehen werden. Alle Zitate stammen aus dem Gespräch mit Julia.

Die kurze Antwort

Berufliche Neuorientierung beginnt mit Sortieren, nicht mit Kündigen. Der erste Schritt ist der Blick auf den eigenen Standort: Warum habe ich gerade Zweifel, was hat sich verändert, welche Rolle passt noch und welche nicht mehr. Erst danach lässt sich beurteilen, ob ein Wechsel die Antwort ist oder ob sich in der jetzigen Rolle etwas verändern lässt. Julia Horneber begleitet genau diesen Schritt, als Coach für mentale Gesundheit in Veränderungsprozessen, mit 15 Jahren Erfahrung aus Gesundheitsmanagement, Change-Management und Strategiearbeit. Und sie widerspricht dem gängigsten Satz über Krisen: Stark macht dich nicht die Krise, stark macht dich dein Umfeld und die Zeit, die du dir gibst.

01

Wer ist Julia Horneber?

Julia Horneber ist Oldenburgerin, hat Public Health studiert und arbeitet seit 15 Jahren in Veränderungsprozessen, erst in Unternehmen, dann als Beraterin für andere Unternehmen. Gesundheitsmanagement, Change-Management, Strategiearbeit. Seit dem 1. September ist sie selbstständig, mit Mental Coaching und Business Sparring. Auf ihrer Website steht ein Satz, der ihre ganze Arbeit trägt: innere Architektur für Menschen und Unternehmen in Veränderung.

Was sich durch ihr ganzes Leben zieht, ist Neugier auf Menschen. Auf unterschiedliche Berufe, auf verschiedene Perspektiven, auf Denkweisen, die nicht ihre eigenen sind. Genauso ist ihr Freundeskreis zusammengesetzt, und genauso hat sie ihre Berufe ausgesucht.

Ihre eigene Zusammenfassung davon lautet: Vereint war immer, dass sie seit 15 Jahren in Veränderungsprozessen arbeitet, und im Fokus stand immer, was die Veränderung mit den Menschen macht. Die Frage dahinter kommt aus ihrem Studium: Welche Bedingungen brauchen Menschen, um Veränderungen gut durchleben zu können? Was hält Menschen am Arbeitsplatz gesund? Sie sagt dazu einen Satz, den ich seitdem oft zitiere: Es geht nicht nur ums Selbstoptimieren. Man kann nicht einfach fordern, noch belastbarer zu werden und noch mehr auszuhalten. Man muss sich auch die Bedingungen ansehen.

Wir kennen uns über die Krippe, unsere Jungs sind im gleichen Alter, und wir haben in den letzten Jahren einige Phasen zusammen erlebt. Ich habe sie in ihrer Business-Coach-Fortbildung begleitet, sie war in der letzten Runde SPOTLIGHT dabei. Und in einer der Live-Sessions habe ich in die Runde gefragt, was das ist, das nur ihr teilen könnt, das kein anderer so erzählen kann. Julias Antwort war ein einziger Satz.

O-Ton aus der Folge

„Hallo, ich bin Julia und ich habe dreimal im Leben laufen gelernt.“

Julia Horneber
02

Was heißt berufliche Neuorientierung, wenn du nicht kündigen willst?

Sich zu orientieren und zu sortieren heißt nicht, alles hinzuschmeißen. Es heißt, sich Raum und Zeit zu nehmen, um die Dinge zu sortieren, die gerade durcheinander liegen.

Das ist der Punkt, an dem die meisten Gespräche bei Julia anfangen. Jemand merkt, dass etwas nicht mehr passt. Irgendetwas hat sich verändert, im Job oder im eigenen Leben, und der erste Gedanke ist sofort der große: kündigen, wechseln, alles neu. Julia macht an dieser Stelle etwas anderes. Sie fragt.

Warum bestehen die Zweifel gerade? Was genau ist es, das sich verändert hat? Was wäre ein möglicher nächster Schritt, ein kleiner, kein großer? Und manchmal ist das Ergebnis dieser Arbeit, dass jemand intern noch einmal hinschaut und ein Gespräch führt, damit es ihm besser geht. Auch das ist ein Ergebnis.

O-Ton aus der Folge

„Es geht auch nicht bei beruflicher Neuorientierung immer gleich darum zu kündigen. Sondern es geht darum, sich anzugucken.“

Julia Horneber

Dazu gehört für sie immer das ganze System. Du lebst in einem Familiensystem, du hast Verpflichtungen, du hast ein Einkommen, an dem andere hängen. Jede berufliche Neuorientierung wirkt auf dieses Gesamtsystem. Deshalb bleibt ein Gespräch bei ihr nie beim Job allein stehen, und deshalb rät sie ausdrücklich nicht zum schnellen Schnitt.

Für dich heißt das

Bevor du über Kündigung nachdenkst, beantworte drei Fragen schriftlich. Was genau hat sich verändert, bei mir oder um mich herum? Welcher Teil meiner Rolle fühlt sich noch richtig an? Und was wäre der kleinste nächste Schritt, den ich diese Woche gehen könnte? Wenn danach immer noch der große Schnitt dasteht, ist er wenigstens eine Entscheidung und kein Reflex.

03

Dreimal laufen gelernt: die drei Geschichten hinter dem Satz

Das erste Mal war unspektakulär. Mit zwölf Monaten, ganz normal als Kleinkind, der Lauf des Lebens.

Das zweite Mal war es das nicht. Julia ist mit 39 Mama geworden, und bei der Geburt ihres Kindes gab es eine sehr schwere und sehr seltene Komplikation, darauf folgte ein Behandlungsfehler. Nach einer Not-OP ist sie aufgewacht und konnte sich nicht bewegen. Nicht sitzen, sich nicht im Bett umdrehen, nicht laufen. Sie lässt viele Details davon weg, sagt sie, damit würde man zehn Podcastfolgen füllen.

Was sie nie vergessen wird, ist der Moment direkt nach der OP, als der Neurologe an ihrem Bett stand und ihr sagte, was nach einem oder anderthalb Jahren nicht wieder da sei, das komme auch nie wieder.

O-Ton aus der Folge

„Da habe ich mir zum ersten Mal gedacht, das wollen wir doch mal sehen. Das nehme ich so erstmal nicht.“

Julia Horneber

Und dann liegt da ein ganzes Leben durcheinander. Alles, was du dir überlegt hast, wie du arbeiten willst, wie du dir die Elternzeit vorgestellt hast. Dazu ein Neugeborenes, das dich braucht, ein Körper, der ohnehin gerade in einem ganz anderen Zustand ist, und die Frage, ob du je wieder laufen kannst. Julia nennt das eine Doppelbelastung, und wer damit umgehen kann, sagt sie, kann alles.

O-Ton aus der Folge

„Wir werden Mama, wir haben da ein Lebewesen auf die Welt gebracht, und das braucht uns. Und dann parallel dazu aufzuwachen und nicht zu wissen, kann ich wieder laufen. Damit umgehen zu können heißt, du kannst alles machen.“

Sarah Bakker

Das dritte Mal kam im letzten Jahr, schlicht und ergreifend durch einen Unfall. Brüche, Frakturen, wie es vielen Menschen passiert. Drei Monate nicht belasten, dann wieder anfangen zu laufen. Und genau hier liegt ihr Vergleich, der diese Folge trägt: Diesmal war sie ruhig. Sie hatte keine Angst vor Schwierigkeiten, sie war zuversichtlich und ist einfach die Schritte gegangen, die nötig waren. Nach Lehrplan, Woche für Woche. Und es hat funktioniert.

04

Warum macht eine Krise allein niemanden stark?

An dieser Stelle fällt im Gespräch der Satz, den wir beide schon hundertmal gehört haben: Viele sagen ja, ich bin aus dieser Krise stärker hervorgegangen. Julia unterschreibt ihn nicht.

O-Ton aus der Folge

„Ich würde immer sagen, ich habe mich da neu sortiert. Weil alles durcheinander geschüttelt wurde.“

Julia Horneber

Der Unterschied ist größer, als er klingt. Stärker werden klingt nach einer Linie, die nach oben geht. Sortieren ist etwas anderes. Es ist wellenförmig, es hat Aufs und Abs, und es braucht Zeit. Nerven können sich körperlich regenerieren, sagt sie, aber es geht nur, wenn der Kopf mitmacht. Und wenn man dem Ganzen Zeit gibt.

Das Zweite, was sie aus dieser Zeit mitgenommen hat, ist der Satz, den ich aus der ganzen Folge am meisten mag. Eine Krise allein macht niemanden resilient. Was darüber entscheidet, ist das Umfeld.

Ihr Satz dazu: Du wirst das nie alleine schaffen können, wenn du ganz allein überall durchgehst, und gerade wenn dir so etwas passiert, ist es so wichtig, wie dein Umfeld aufgestellt ist. Sie hat viel Hilfe gebraucht und viel bekommen. Sie musste auch gegen Windmühlen ankämpfen, sagt sie, es war alles dabei. Und dieser Satz gilt eben nicht nur für Krisen. Er gilt in jeder Phase des Lebens, auch in der Gründung. Mit wem gestaltest du Dinge zusammen? Das ist die Frage, die darüber entscheidet, wie gut du durch eine Veränderung kommst.

Für dich heißt das

Schreib die fünf Menschen auf, mit denen du gerade am meisten über deine Arbeit sprichst. Wer davon denkt mit dir, und wer bestätigt dich nur? Wenn in dieser Liste niemand steht, der dir eine unbequeme Frage stellt, fehlt dir kein weiteres Tool, dir fehlt ein Gegenüber.

05

Prüf die Etiketten, die du dir selbst gibst

Diese Folge beginnt mit einem Satz von Julia, noch bevor das Intro läuft, und er ist auch ihr Tipp am Ende. Er handelt von den Labels, die wir uns selbst aufkleben und dann jahrelang wiederholen.

O-Ton aus der Folge

„Prüf die Label oder die Etiketten, die du dir selber gibst. Also dieses: Ich bin halt so. Ich bin nicht so technikaffin, ich kann das eigentlich nicht. Das zu prüfen, stimmt das? Ist das die Wahrheit?“

Julia Horneber

Ihre Begründung ist die eines Menschen, der aus dem Gesundheitsmanagement kommt: Unser Gehirn glaubt das. Wenn wir einen Satz oft genug wiederholen, manifestiert er sich. „Ich bin halt so, ich bin dies, ich bin das“ ist keine Beschreibung, sondern ein Training.

Ihr eigenes Beispiel dafür ist die Ungeduld. Sie hat sich jahrelang selbst so betitelt: Ich bin ein ungeduldiger Mensch. Beeil dich, mach es zügig, warten ist schlecht. Dann kam eine Zeit, in der Warten das Einzige war, was half, und in der sie gemerkt hat, was Zeit geben bedeutet.

Heute sagt sie, sie würde das nie wieder über sich sagen. Früher war ihr Gedanke, Zeit geben und alles geht nicht schnell genug, das sei der Feind, der Endgegner. In ihrem Fall war Warten am Ende Gold wert. Das Zweite, das sie heute widerlegt, ist der Satz „ich bin nicht technikaffin“. Ihre Fassung davon lautet inzwischen: Ich bin noch nicht so technikaffin, aber ich kann mich einarbeiten, ich kann den ersten Schritt gehen. Es ist derselbe Mensch, nur ohne das Etikett davor.

Das ist übrigens genau der Punkt, an dem ich in meiner eigenen Arbeit am häufigsten gegen Wände laufe. Ich arbeite schnell, ich mag schnell, ich kreiere Websites in 48 Stunden. Tempo ist trotzdem nicht dasselbe wie Fortschritt. Bei allem, was mit Haltung, Positionierung und Identität zu tun hat, braucht es eine Runde mehr als geplant, und genau diese Runde macht am Ende den Unterschied.

Für dich heißt das

Schreib die drei Sätze auf, die du über dich selbst am häufigsten sagst, und setz vor jeden ein „noch nicht“. Aus „ich kann keine Technik“ wird „ich kann noch keine Technik“. Danach steht hinter jedem Satz eine Aufgabe statt einer Eigenschaft, und Aufgaben lassen sich erledigen.

06

Wie findest du dein Kernthema, wenn du vieles kannst?

Julia hat in 15 Jahren viele Fortbildungen und Ausbildungen gesammelt, weil Lernen sie interessiert. Aus allem konnte sie etwas ziehen. Und genau das wurde zum Problem, als sie ihr eigenes Angebot formulieren wollte.

Ihr eigener Satz dazu: Ich fand es aber selber schwierig zu sagen, ich biete alles an. Ihr Weg aus dieser Lage ist der, den ich auch in SPOTLIGHT gehe, nur mit anderen Worten. Sie hat in sich reingehorcht und drei Fragen gestellt: Was liebe ich? Was ist mein Kernthema? Und was wird es immer sein? Die Antwort war mentale Gesundheit in Veränderungsprozessen. Ein Thema, das in einer Zeit, in der eine Veränderung die nächste jagt, eher wichtiger wird als kleiner.

Daraus sind zwei Angebote geworden, und beide haben eine bewusste Grenze. Das erste ist Business Sparring, Co-Thinking für Geschäftsführung, HR und Führungskräfte. Sie bringt kein fertiges Konzept mit, sie reagiert auf das, was kommt, mit ihrem Methodenkoffer und ihren Fragetechniken. Und sie verkauft keine Monatsmandate, sondern einzelne Tage.

Ihr Satz dazu: Ihr bucht bei mir keine riesigen Mandate, sondern wirklich Einzeltage, ich komme, wenn ihr mich braucht, und die Experten bei euch seid ihr. Der Grund dafür kommt aus ihren 15 Jahren im Unternehmen, in denen sie erlebt hat, wie Berater monatelang im Haus blieben und am Ende doch die Mitarbeiter die Veränderung tragen mussten.

Das zweite ist Zwischen den Kapiteln, ihr Gruppenformat für Fach- und Führungskräfte an einem beruflichen Übergang. Sieben Live-Abende in acht Wochen mit einer bewussten Pausenwoche, je zwei Stunden, online und deutschlandweit, in bewusst kleiner Gruppe von höchstens acht Personen. Dahinter liegt ihr eigenes Mental Change Framework mit den Themen Standort, Belastungen, Kontrollfeld, Rolle und Identität, Wertearbeit und die Sätze, die in uns liegen.

Und dann sagt sie etwas, das im aktuellen Markt ziemlich mutig ist. Es gibt keine Aufzeichnungen, es gibt nichts zum Abarbeiten, es gibt kein System. Es ist ein Live-Format, weil die Sache selbst live passiert.

Das ist die Stelle, an der ich laut zugestimmt habe, und ich sage das als jemand, die selbst digitale Produkte verkauft. Wer in einem Veränderungsprozess feststeckt, kommt mit einer Aufzeichnung nicht weiter.

O-Ton aus der Folge

„Da werden keine aufgezeichneten Videos helfen, da werden keine Vorlagen helfen, die du ausfüllst. So wie du es aber auf dem Markt gerade vorfindest. Wie viele machen das so, und warum erzielen sie dann keine Ergebnisse?“

Sarah Bakker

Am Markt wollen gerade sehr viele nur noch Self-Study verkaufen oder Minikurse ausgeben. Wenn du jemanden findest, der sich die Zeit nimmt, dich wirklich zu begleiten, und dazu eine Gruppe von Gleichgesinnten, ist das inzwischen eine Rarität.

07

Was kann KI im Markenaufbau, und was nicht?

Julia ist Coach und systemische Beraterin, keine Designerin. Und trotzdem stand sie bei ihrer Gründung vor derselben Aufgabe wie alle anderen: Jetzt muss die Website her. Für sie war das nie ein Nebenschauplatz.

O-Ton aus der Folge

„Ich bin ja sehr dafür bekannt, dass wir KI einladen in unseren Arbeitsalltag. Ich hätte mir damals, als ich gestartet bin in meine Selbstständigkeit, so sehr gewünscht, diese technischen Möglichkeiten zu haben, die wir heute haben.“

Sarah Bakker

Sie weiß, sagt sie, dass zu einer Gründung auch ein Markenaufbau gehört. Für manche sei das ein Nebenprodukt, für sie nicht. Für sie ist das kein Detail, weil sie es schön findet und weil sie es wichtig findet. Ihre Seite ist in unserer gemeinsamen SPOTLIGHT-Zeit entstanden, mit dem Prompt, den ich für genau diesen Aufbau entwickelt habe. Und ihre Beschreibung davon ist der Satz, den ich mir gern über den Schreibtisch hängen würde, weil er den ganzen Unterschied zwischen einer generischen KI-Seite und einer eigenen Marke benennt.

O-Ton aus der Folge

„Claude hat nicht meine Website geschrieben, sondern mir den Aufbau gezeigt. Meine Texte, meine Bilder sind drin. Und was ich so toll fand: Ich kann das jederzeit selber ändern. Ich bin die Entwicklerin. Das war für mich ein absoluter Gamechanger.“

Julia Horneber

Genau so ist es gemeint. Die KI liefert die Struktur und das Zusammenspiel, der Inhalt bleibt deiner. Und weil du hinterher selbst an deiner Seite arbeiten kannst, bist du niemandem mehr ausgeliefert, wenn sich etwas ändert. Für Einzelunternehmerinnen, sagt Julia, ist das wundervoll.

Genauso klar zieht sie die Grenze auf der anderen Seite. In ihrem eigenen Feld kommt KI für sie nicht in Frage, und sie begründet das fachlich statt aus dem Bauch heraus: Co-Regulation ist mit einer Maschine nicht möglich. Wer in einem Veränderungsprozess steckt, braucht ein menschliches Gegenüber, das reguliert, Empathie mitbringt und neugierig bleibt.

Für Design oder Prozessoptimierung dagegen, sagt sie, warum nicht die Hilfe holen. Ihr Rat bleibt trotzdem derselbe wie in der ganzen Folge: Such dir ein vertrautes Gegenüber, das regulieren kann, das Empathie und Neugier mitbringt. Das kann eine KI wiederum nicht.

08

Was du aus dieser Folge mitnehmen darfst

  1. Erst sortieren, dann entscheidenBerufliche Neuorientierung fängt beim eigenen Standort an, nicht beim Kündigungsschreiben. Der große Schnitt darf am Ende stehen, als Entscheidung und nicht als Reflex.
  2. Dein Umfeld entscheidet mitEine Krise allein macht niemanden stark. Wer mit dir denkt, wer dir hilft und wer dir unbequeme Fragen stellt, macht den Unterschied, in jeder Phase.
  3. Prüf deine Etiketten„Ich bin halt so“ ist keine Beschreibung, sondern ein Training. Setz ein „noch nicht“ davor, und aus der Eigenschaft wird eine Aufgabe.
  4. Ein Kernthema statt eines KatalogsWas liebe ich, was ist mein Kernthema, und was wird es immer sein? Drei Fragen, aus denen bei Julia aus 15 Jahren ein einziges Thema geworden ist.
  5. KI zeigt den Aufbau, du bleibst die EntwicklerinStruktur und Zusammenspiel darf die KI liefern. Deine Texte, deine Bilder und die Fähigkeit, jederzeit selbst etwas zu ändern, bleiben bei dir.

Häufige Fragen

Was bedeutet berufliche Neuorientierung?

Berufliche Neuorientierung heißt, sich den eigenen Standort anzusehen, bevor eine Entscheidung fällt: Warum habe ich gerade Zweifel, was hat sich verändert, was ist ein möglicher nächster Schritt. Julia Horneber, Coach für mentale Gesundheit in Veränderungsprozessen, sagt dazu: Sich zu orientieren und zu sortieren heißt nicht, alles hinzuschmeißen. Am Ende kann genauso gut stehen, dass du bleibst und intern ein Gespräch führst.

Muss ich für eine berufliche Neuorientierung kündigen?

Nein. Die Kündigung ist eine mögliche Konsequenz, nicht der Anfang. Julia Horneber arbeitet zuerst am Standort, an den Werten, an Druck und Energie und an der eigenen Rolle. Erst wenn das sortiert ist, lässt sich beurteilen, ob ein Wechsel wirklich die Antwort ist oder ob sich etwas in der jetzigen Rolle verändern lässt.

Wie läuft eine berufliche Neuorientierung mit 40 ab?

Genauso wie mit 30 oder mit 50, nur mit mehr Verpflichtungen drumherum. Deshalb gehört das eigene System dazu: Familie, Einkommen, Zeit. Julia Horneber sagt, jede berufliche Orientierung wirkt auf das Gesamtsystem, und genau deshalb wird sie mit angesehen, statt nur über den Job zu sprechen.

Macht eine Krise stark?

Nicht von allein. Julia Horneber weist den Satz „ich bin aus der Krise stärker hervorgegangen“ ausdrücklich zurück. Ihre Formulierung ist eine andere: Sie hat sich neu sortiert. Und was dabei wirklich trägt, ist das Umfeld. Ihr Satz aus der Folge: Du wirst das nie alleine schaffen können.

Was macht ein Coach für berufliche Neuorientierung?

Er stellt die Fragen, die du dir im Alltag selbst nicht stellst, und hält den Raum dafür offen. Julia Horneber arbeitet mit ihrem eigenen Mental Change Framework, entweder im Business Sparring für Geschäftsführung, HR und Führungskräfte oder im Gruppenformat „Zwischen den Kapiteln“, sieben Live-Abende in acht Wochen, online und in einer Gruppe von höchstens acht Personen.

Sarah Bakker, Brand Designerin und Fotografin

Über die Autorin

Sarah Bakker

Ich bin zertifizierter Business Coach, Brand Designerin und Fotografin und seit fast zehn Jahren selbstständig. Meine Arbeiten wurden unter anderem in der Vogue und in Harper's Bazaar publiziert.

Heute kreiere ich Personal Brands, die gesehen werden. Editorial, strategisch und unverwechselbar. In meinem Podcast Cover Story zeige ich jede Woche, wie deine Marke so wird, dass sie strahlt.

Mehr von mir: Programme · Über mich · SPOTLIGHT · Kontakt

Cover des Podcasts Cover Story von Sarah Bakker

Die ganze Folge hören

Cover Story

Das komplette Interview mit Julia Horneber gibt es auf die Ohren, auf Spotify und bei Apple Podcasts. Mein Podcast für Unternehmerinnen und Personal Brands, die editorial, strategisch und unverwechselbar sichtbar werden wollen.

Quellen

  1. Cover Story, Podcast von Sarah Bakker: Interview mit Julia Horneber, aufgenommen im September 2026. Alle wörtlichen Zitate stammen aus dieser Folge und wurden für die Lesbarkeit leicht geglättet.
  2. Julia Horneber: juliahorneber.de, abgerufen am 21. September 2026, inklusive der Seiten zu Zwischen den Kapiteln und Business Sparring.
  3. Suchvolumen Deutschland, erhoben mit Ubersuggest am 21. September 2026: berufliche Neuorientierung 1.600 pro Monat bei Schwierigkeit 24, berufliche Neuorientierung mit 40 1.300 bei 14, berufliche Neuorientierung Coach 720 bei 17, Veränderungsprozesse 390 bei 20.
SPOTLIGHT, die letzte Live Runde

Deine Positionierung, dein Brand Design und dein Signature Offer in vier Wochen

Julia hat diese vier Wochen hinter sich, danach standen ihr Kernthema, ihre Marke und ihre Seite. Start ist der 1. November, die Mastermind läuft schon ab dem 26. Oktober.

SPOTLIGHT ansehen

3.500 €, auch in bis zu 6 Raten